Sawdust Memories / Bildbeschreibung für Sehbehinderte.

Well the day begins / You don't want to live / 'cause you can't believe / in the one you're with. +++ Draußen, der Tag begann mit dem perfekten Bild. Der erste Schuss gleich ein Treffer: Admiralstraßen-Ghetto, über der Balkonbrüstung hängt ein Bettvorleger in der Farbe der Fensterrahmen und Sichtblenden. Dann eine leise Bewegung an der Balkontür. Ein Typ tritt nach draußen, schaut in die Ferne. Auslöser, Blick aufs Display: Hammer! +++ Internetcafé hier zwischen den Stundenhotels am Stuttgarter Platz: In Sachen Laptop ist eine Lösung in Sicht. Bis dahin nur Bildbeschreibungen. +++ Dumm wie Brot, dachte ich bei der Cuccis-Kaffeeverkäuferin mit den aufgespritzten, slawischen Zügen oben am S-Bahnhof Alexanderplatz. Dumm, arrogant - und irgendwie geil. Sah mich an, als würde sie mir gleich ihre Telefonnummer rüber schieben; es blieb dann aber beim Milchkaffee. +++ Freue mich schon auf Silvester: Rocke den Tresen mit Mario, dazu gibt es Erdnussflips. +++ Zweieinhalb Stunden am Alexanderplatz rumgelungert und fotografiert. Momente, wo einem wieder bewusst wird, was man eigentlich will: Am Alexanderplatz rumlungern. +++ Friedrichstraße nach Norden von oben ist ebenso toll, aber man darf hin und wieder auch mal was liegenlassen am Wegesrand: Die S-Bahn leert sich, nur noch ich und das Mädchen mit den verweinten Augen mir gegenüber. Wir ertappen uns dabei, wie wir uns heimlich beobachten: Sie hält mich für einen reisenden Dichter, ich frage mich, warum sie einen solch schweren Ranzen dabei hat. Ist doch heut Sonntag: der letzte in diesem Jahr. +++ Es macht mich fast wahnsinnig, dass ich die Fotos nicht hochladen kann. Das ist schlimmer als früher, wenn man den Film abgegeben hat und nun wartet. +++ Der Sonntagabend heute mit Katharina und DJ Die Säge. Checkt das aus. +++ Sie ist dreizehn, höchstens fünfzehn. Sehr erwachsen und teuer gekleidet. Am Zoo steigt sie aus und sagt: "Danke." +++ Did it matter to you / Was it just another forgotten afternoon.

Lyrics: Tiny Girls (c) Iggy Pop, 1979
Lyrics: Afternoon (c) Baxter Dury, 2011

Klappe zu, Affe tot / Der Kaffee ist fertig.

Hier stinkt es erbärmlich. Internet-Café auf der Sonnenseite des Kottbusser Damms. Die Stunde zu achtzig Cent. Kaum hatte ich Platz an Platz 11 genommen und wollte beginnen, über das Leben zu jammern und all die Ungerechtigkeit, die mir darin widerfährt. Da dachte ich: Puh, was stinkt denn hier so bestialisch? Kein Mensch weit und breit, keiner der anderen Tische besetzt. Mein Gott, gleich muss ich mich übergeben. Dachte ich so. Dann von irgendwo her Kindergequengel; eine Frauenstimme, die mahnt: "Hinsetzten!" Noch einmal Gequengel, dann eine Toilettenspülung. Ob das Kind an Mick Jagger gedacht hat? +++ Montagabend Silvester mit Ernussflips: Um neun geht es los, den Abend eröffnet HB Südstern formally known as HB Sexobjekt. +++ Anruf der Fachwerkstatt meines Vertrauens heute früh: "Geht um Ihr MacBook, da können wir nichts mehr machen." Aber die Festplatte konnte geborgen werden. Mit den Nacktfotos drauf. +++ LOL;-)) +++ Spaß muss sein. +++ Haha. +++ Sonntagabend zum Vorglühen: DJ Die Säge. Heimatlos nach dem Dahinscheiden des Sanderstübls. +++ Der Kaffee ist fertig / Klingt das net unheimlich zärtlich. +++ Eigentlich nicht. +++ Unser Silvester-Line-up: HB Südstern (evtl. feat. Special Guest) / Huck L. Burger / IM Sound / Graf Tati / The Jackal / Boernd Nuetzl. +++ Änderungen vorbehalten.   

Überschrift inspired by / Lyrics: Der Kaffee ist fertig (c) Peter Cornelius, 1980 

Fest der Versöhnung / Whatever happened to Caine van Croach.

1973 (...) Alexander sah auf den Nacken des Vordermanns, auf seine Ohren, welche genau so aussahen, wie seine eigenen Ohren sich anfühlten, nämlich knallrot - und musste auf einmal an Mick Jagger denken; fragte sich, was wohl jetzt, während er hier stand, auf diesem Übungsgelände, das Katzenkopf hieß, und auf die roten Ohren seines Vordermanns starrte, ein Mensch wie Mick Jagger tat. Undeutlich erinnerte er sich an ein Foto aus irgendeiner Westzeitschrift: Mick Jagger in seinem Schlafzimmer, in einem flauschigen Pullover und Leggins, ein bisschen weiblich, verschlafen, offenbar war er gerade aufgestanden, vielleicht, so stellte sich Alexander vor, würde er im nächsten Augenblick in eine sonnige, große Küche gehen, sich einen Kaffee brühen. +++ Die Große Schwester hat mir kurz ihren Laptop geliehen: Selbst auferlegtes Käffchenverbot. +++ Als Kind dachte ich auch ab und zu drüber nach, was wohl Mick Jagger so tat: Ob der vielleicht auch gerade kackte. +++ Morgen dann Langer Donnerstag mit Yasmin Gate: Lustig, dass heutzutage bald niemand mehr weiß, was ein Langer Donnerstag ist oder war.

Überschrift inspired by: Weihnachtsausgabe der Braunschweiger Zeitung, 2012
Überschrift also inspired by: Whatever happened to Corey Haim (c) The Thrills, 2004
Text aus: In Zeiten des abnehmenden Lichts (c) Eugen Ruge, 2011   

Weissagung der Uhu / Davon geht die Welt nicht unter.

Aussterbendes Gewerbe: Internet-Cafés am Kottbusser Damm. +++ Aber hallo. +++ 21.12., morgens um sieben, die Weissagung der Uhu tritt ein: Nicht der Kaffee sei das Problem, "das Problem ist der Zucker." +++ 21.12., morgens um sieben: Lacce Mashiato in den Laptop gegossen. Lacce Mashiato con Zucchero. +++ Ein besinnliches Fest also, entschleunigte Feiertage. +++ Sollte da nichts mehr zu retten sein, meinte die Fachwerkstatt meines Vertrauens am Zickenplatz, soll ich versuchen, bei Saturn noch ein MacBook der alten Generation zu bekommen: Die neuen taugen nichts mehr. Deshalb verkaufen sie die auch selbst gar nicht mehr. +++ Im Club bleibt alles beim Alten: Caine van Croach morgen hinter dem Tresen - die Supernova und Oro hinter den Plattenspielern. +++ Frohes Fest!

Überschrift inspired by: Davon geht die Welt nicht unter (c) Zarah Leander, 1942 

Long Thursday / The Girls get prettier at Closing Time.





Langer Donnerstag mit Yasmin Gate © KvK, 2012

























Viele Anfragen trudeln ein wegen der Feiertage: Samstag noch einmal Tiere von Nacht – und dann erstmal zu. +++ Sonntag geschlossen, Montag geschlossen, Dienstag geschlossen, Mittwoch geschlossen. +++ ;-) +++ Heute: Langer Donnerstag mit Yasmin Gate. Checkt das aus! 

Überschrift inspired by: Don't the Girls all get Prettier at Closing Time © Mickey Gilley, 1976

Alex' Corner / Happiness is easy.


video

Von Mark Hollis geträumt. Einer Kassette in einem Autorekorder. +++ Wie muss Weihnachten jetzt zu Hause für einen Punk sein: "Ziehst du dich schnell noch um – wir wollen gleich essen?" +++ Stille Nacht von Tieren, Samstagabend im Club: mit Supernova, Tom Oro – und Caine van Croach hinter dem Tresen, die geile Sau. +++ Am Alexanderplatz gestern bemerkte ich irgendwann etwas, mir über die Schultern zu schauen. Sagt man das so? Ich drehte mich um, und ein einen Kopf größerer U-Bahnpunk maulte mich an: "Scheiß Paparazzi!" – "Paparazzo", dachte ich trotzig. Wir sahen uns in die Augen, drehten uns um und machten, jeder für sich, unser Ding. +++ Der Anwalt, der mir seinerzeit meinen (Blogspot berichtete) Hals rettete in dieser unliebsamen sky-Angelegenheit, meinte gestern so ganz nebenbei, er habe jetzt eine Prefab-Sprout-Frisur. +++ Dank an Fab Ian Fuerste, der mir The Lonely One von den Wipers als mp3 über Facebook schickte. Nehmt euch ein Beispiel an dem! +++ Im offiziellen Croachi-Boy-Kaffeehausversteck läuft eben I'm Not in Love. Ich schaue aus dem Fenster auf die diesige Wiener und denke daran, wie mein Vater mich 1976 Samstag mittags einmal von der Schule abholt, und im Radio ist Felix Magath zu Gast und hat sich I'm Not in Love gewünscht. Das erste Mal, dass ich den Song hörte. Im mintgrünen 520 auf der diesigen Landstraße mit dem Wochenende vor Augen. Und ich dachte: Cooler Vogel, der Magath. Damals noch Spieler beim Hamburger Sportverein. +++ Im offiziellen Kaffeehausversteck am Spreewalplatz läuft jetzt eine, alter Verwalter, Coverversion von Eye of the Tiger: Keine Ahnung, von wem – aber verblüffend schön. +++ It's just a silly phase I'm going through.

Überschrift inspired by: Alexis Corner (1928 – 84)
Überschrift also inspired by: Happiness is Easy © Talk Talk, 1986
Lyrics: I'm Not in Love © 10cc, 1975
Video: Alexanderplatz © Kai von Kröcher, 2012

Stille Nacht / Still Ink on the Fountain Pen.

Caine van Croach himself © KvK, 2012
















Die Tinte auf dem Vertrag ist noch feucht, aber das Christmas Special im Club steht! +++ Sa., 22.12.: Tiere von Nacht feat. die Supernova feat. Caine van Croach himself.

Bildunterschrift inspired by: El Hombre (Hüttenmann) © Ralph Meiling (Regie), Deutschland, 1994

Auf dem Sprung / On the Dog.


Kottbusser Tor, ich spring' vom Zug © KvK, 2012














"Wie ein Ei vor dem Sprung", dachte ich heute: Am Mittwoch spontan mit dem Rauchen aufgehört, wieder einmal, und jetzt schlugen die Endorphine ein wie Granaten. Noch am ersten nikotinfreien Abend letzte Woche im Wedding war mein Blick auf das Datum gefallen – ein 12.12.12 konnte kein schlechter Tag für Veränderung sein. Dachte ich so. +++ Und nun dachte ich: Wie ein Ei vor dem Sprung – eine x-beliebige Frau-meines-Lebens könnte mich jetzt irgendwo antippen, bei Kaiser's am Kotti zum Beispiel. Am Käseregal. Wie ein gefällter Baum fiele ich um. Mit Haut und Haaren verloren. +++ Als ich dann, noch immer beseelt und im Kopf nicht bei Trost, den verschneiten Erkelenzdamm hinunter in Richtung Nachhause tapste, kreuzte die Frau mit dem Hund meinen Weg.

Bildunterschrift inspired by: Berlin © Ideal, 1980

Lonely Boys / Kuy's Gay Night mit Miezen.


So long, Marianne © KvK, 2012




























"Ein einsames Flusspferd ist nicht glücklich." +++ Suche latent übrigens seit einer Weile The Lonely One von den Wipers. Wer hilft? +++ "Pigmäen teilen, was sie erbeuten." +++ Da schließt sich der Kreis: Die limitierte CD-Auflage der Artists on Horses war sehr schnell vergriffen am Freitag. Auf Wunsch spiele ich aber The Circle aus dem White Album heute Abend im Club. +++ I'm a lonely boy / I'm a lonely boy / I'm a lonely boy / I'm a lonely boy. +++ Von den Wipers übrigens gibt es ein Album, das heißt ebenfalls so: The Circle. Da schließt sich der Kreis!

Überschrift inspired by / Lyrics: Lonely Boy © Sex Pistols, 1979
Zitate aus: Kein Platz für wilde Tiere © Prof. Bernhard Grzimek (Bundesrepublik Deutschland, 1956)
Bildunterschrift inspired by: So long, Marianne © Leonard Cohen, 1967

The nicest thing I've ever heard / Rudi can't fail.



AoH | M29 | AoH © KvK, 2012



























Artists on Horses. +++ Das Konzert lohnte allein schon wegen der Busfahrt dorthin: Oranienplatz stieg ich ein, Moritzplatz stieg sie aus. Dazwischen der Schnappschuss. +++ Old-Rudi-Dutschke-Straße: dunkel wie im Po eines Walfischs. Unter dem Dach. +++ Heute Abend im Club: DJ Poser / Tom aus Wien. +++ Morgen 3. Advent: Kuy's Gay Night mit Miezen ab acht (Uhr) – kommt alle!

Überschrift inspired by: The Circle © Artists on Horses, 2012
Überschrift also inspired by: Rudy can't fail © The Clash, 1979

Artists on Horses / Insane in the Membrane.


Manzur Kargar, Now and Then © KvK, 2002/1999


























Heute Abend, an diesem pitoresk-verschneiten Freitag, die Artists on Horses-Record Release Party. Koch- heißt jetzt Old-Rudi-Dutschke-Straße, Hausnummer 26 (Dachgeschoss). Im Pressetext hieß es dazu: "Es wird eine limitierte Auflage von nur vier Vinyls präsentiert (...). Die Titelauswahl und die Cover wurden individuell von den vier Künstlern gestaltet." Beginn ist um 19:00 Uhr. +++ Heute Abend im Club: The Return of IM Sound. Der war lange nicht mehr in the Haus! +++ Exkurs in die Analogien der Fotografie: Auf beiden Bildern haben wir Artists on Horses-Gründungsmitglied Manzur Kargar. Oben das Bild würde man sicherlich auch mit Photoshop in etwa so hinkriegen: Kunstlichtfilm, gecrosst, checkt das aus! Unten dann aber der Hammer: Gecrosster Negativstreifen und (!) ein Kunstlicht-Dia zu einem "Sandwich" verarbeitet. Aufgenommen beides vom Stativ mit minimal verrücktem Kamerastandpunkt. +++ Minimal verrückt – crazy. +++ Interessiert das überhaupt irgendwen – oder will ich hier nur wieder einen gucken lassen?! +++ Um noch einen gucken zu lassen: Artists on Horses-Gründungsmitglied war ich ja selbst übrigens auch: Allerdings fanden die ersten Proben ausgerechnet während der Fußball-EM 2008 damals statt, und verständlicherweise war ich komplett überfordert damit, Texte auswendig zu lernen und gleichzeitig das Public Viewing zu organisieren. Einen spontanen Gastauftritt hatte es dann allerdings doch irgendwann einmal gegeben. Und zwar mit der Coverversion von "Transmission" von Joy Division – bloß schrie ich eigentlich einfach nur alles über, so dass (m)ein Comeback niemandem zwingend erschien. +++ Morgen Abend im Club: DJ Poser feat. Tom aus Wien.

Überschrift inspired by: Insane in the Brain © Cypress Hill, 1993

12.12.12 / Puff Daddy.



Kugelbahn Wedding, 12.12.12 © KvK, 2012













Grüntaler Straße. Die fehlende Schaufensterscheibe beim ehemaligen Puff haben sie mit schwarzer Teichfolie abgeklebt. "Musikcafé Sunshine" steht oben jetzt drüber, aber früher, zu West-Zeiten, war das ein Puff. In Ermangelung besonderer Alternativen ging ich vorm Mauerfall ab und zu mit einer Freundin dahin. Das Bier war nicht teurer als irgendwo anders, und von den Rammelpornos mal abgesehen, die die ganze Zeit unmotiviert über den Bildschirm liefen, war es eine fast ganz normale Kneipe. Der Wirt war ein dicker Typ, der hinter dem Tresen meistens Pommfritz aß und einen gemütlichen Eindruck machte. Es gab etwa fünf thailändische Nutten, die immer so rum standen, wenn sie gerade nicht lagen, haha. Die Freundin, mit der ich ab und zu hin ging, studierte am Osi Politologie – und wollte sie alle da raus holen: Unsere Lieblingsnutte hieß Nui, zu der hatten wir ziemlich den besten Draht. "Kai Chicken", sagte sie immer. Mit einer heißen Kartoffel im Mund hätte das vielleicht eine Zote ergeben, aber sie meinte wohl einfach nur, Kai hieße Huhn, zu Hause in Thailand. Wenn Nui etwas nicht wollte, dann konnte der Pommes-Esser hinter dem Tresen sich auf den Kopf stellen, dann war sie stur wie ein Esel: Da war mal so'n alter Typ, so Ende siebzig vielleicht. Der hockte da rum, trank Bier und zeigte Fotos von seinen Enkeln. Nui fand den eklig; mit dem gehe sie nicht nach hinten. Am Schluss bot er ihr 500 Mark, aber Nui meinte nur, der soll abhauen. +++ Samstagabend im Club: DJ Poser. Mit Verstärkung aus Wien. +++ Die Kugelbahn ist noch ein kleines Stück weiter die Grüntaler runter Richtung Ende der Welt. Früher war dahinter der Death Strip, der Todesstreifen. Danny Dziuk liebe ich für seine Einführungen in seine Songs – da würde ich mir eine ganze Schallplatte von kaufen. +++ Am Nachbartisch versteckt im Kaffeehausversteck No. 1 sitzen gerade der Wir-sind-Helden-Mann mit seiner Wir-sind-Helden-Frau und ein Toningenieur und besprechen Studiotermine: "Also, die Wochenenden sind die Wochenenden?", will der Toningenieur wissen. "Ja", sagt die Frau.

Überschrift inspired by: Sean Combs (*1969) 

Kugelbahn, Wedding / Bad News for Outlaws.

R. Gregory Christie, Prenzlauer Berg © KvK, 2000














160er Kodak-Porträtfilm. Negativ entwickelt als Diapositiv. Entgegengesetzt gecrosst, sozusagen. Musste um 3 Blenden gepusht werden, sonst war alles einfach nur schwarz. +++ Wieder ein Grund, in den Wedding zu fahren: Hans Rohe, Kreuzbergs Mick Taylor, wie ich ihn gern (und zu Recht) nenne, spielt live auf der Kugelbahn heute. Mit Danny Dziuk, Nikko Weidemann und der Salonband. Kugelbahn Wedding, Grüntaler Straße 51. Eintritt ist frei. +++ Heute früh Cox Orange gekauft. In welchem Roman erzählt doch noch gleich jemand, sein Onkel, Großvater oder Vater, der hätte ausschließlich Cox Orange gegessen, die wären aber so schwer zu bekommen? KaDeWe, VI. Stock: drei Stück für 1,53€. +++ Warum ist das Konzert heute Abend umsonst? Beginn ist um neun. +++ Hin und wieder muss ich mein Dia-Archiv durchforsten. Das oben da ist im Januar 2000. Damals genauso viel Schnee wie heute: R. Gregory Christie, New Yorker Kinderbuchillustrator und Kupferstecher, der übers Millenium im Nachbarhaus wohnte. Wir trafen uns gern auf dem Dach. +++ Ich weiß nicht, was das genau über meinen Charakter aussagt, aber Karlsson vom Dach habe ich gehasst wie die Pest: Dickliche Nervensäge mit schütterem Haar und doofem Propeller. Heißt das, tief im Innern bin ich kein Punk? Ein Harmoniefreak? Mit-Licht-aus-Ficker? Opelfahrer? +++ Analoge Fotografie war wie ein Kohleofen, das sagte ich schon.

Überschrift inspired by: Bad News for Outlaws 
– The Remarkable Life of Bass Reeves, Deputy U.S. Marshal © R. Gregory Christie, 2009

Wie ein Stern / Im Himmel ist Jahrmarkt.

Im Himmel ist Jahrmarkt © KvK, 2012











An einem Abend im Sommer 1994, die deutsche Nationalmannschaft bestritt "in den Staaten" ihre erste WM auf Kunstrasen, war ich als potentieller Mitarbeiter dabei, wie in der Voltastraße für einen dubiosen Frauen-TV-Kanal, der am Ende doch nie auf Sendung ging, eine Pilotsendung aufgezeichnet wurde. Es war kochend heiß in den Räumen, und als Klinsi ein Tor schoss, wurde das auf dem Studiomonitor eingeblendet. Irgendwann musste ich lullen und irrte allein durch die Flure. Ich einem abgelegenen Raum fand sich dann eine Art Hausmeister, der abwesend auf einem Tisch saß. Ich fragte ihn, wo die Toilette sei. Das wisse er auch nicht, zuckte er mit den Achseln, was ich eine sehr merkwürdige Antwort für einen Hausmeister fand. Als später als Stargast Frank Schöbel angekündigt wurde, entpuppte sich der als der Typ von dem Tisch. Frank Schöbel wird heute 70 – alles Gute nach Leipzig! +++ Apropos Weihnachtsmarkt: Hatte die Supernova nicht Achterbahn fahren wollen mit mir? +++ Und im Himmel ist Jahrmarkt. +++ Stimmt denn das mit dem Kunstrasen?  

Überschrift inspired by: Wie ein Stern © Frank Schöbel, 1971 

Vertrauen ist gut / Ehen vor Gericht.


Manzur Kargar (o.), Karen Kargar, Beast (Schnute) © KvK, 2012

























Der Foto-Beweis: Als ich persönlich noch anwesend war, Samstagabend im Club, standen die Regler noch mittig. Mario macht am darauf folgenden Tag vom Mischpult neuerdings Handyshots. Von jedem DJ ist akkurat eine Akte angelegt worden: Kaum hatte ich den Mädels den Rücken zugewandt, wurde eindeutig alles auf Anschlag gedreht. +++ Am Freitag dann IM Sound, der kennt sich aus mit so Stasimethoden. +++ Für die Geliebte noch immer kein Weihnachtsgeschenk? Manzur Kargars großformatige Bilder gibt es im Swissôtel, Augsburger Straße: 18.000 €/Stk. +++ Der club49 richtet Ihre Weihnachtsfeier aus: 50 - 100 Personen. Kaffee und Kuchen, Prosettchio, Wurst. Reservierungen bitte am Tresen abgeben.  
       

Elf Freunde müsst ihr sein / Radar Detector.

Besinnliches Kranzler-Eck © KvK, 2012













Bevor DJ Beast und DJ Kaz den Club jetzt gleich zu Kleinholz verarbeiten, hier schnell noch etwas Besinnliches: Kurfürstendamm, Ecke Joachimsthaler. +++ Morgen ist der 2. Advent. Kommt mich doch mal besuchen im Club: Kuy's vorweihnachtliche Gay Night mit Miezen. +++ Wo ich grad die Krombacher Elf-Werbung im Fernsehen sehe, fällt mir noch eine schöne Geschichte ein. Das muss Donnerstagabend gewesen sein: Durchgefroren und müde lungerte ich mit meiner "Erstmal zu Penny"-Tüte auf der verschneiten Hobrechtbrücke herum. Die Augen nervös die Umgebung abscannend nach einer Droschke. I am a Radar Detector. Da hielt plötzlich ein Taxi direkt vor meiner Nase. Das Taxi-Schild auf dem Dach ausgeschaltet. Der Fahrer kurbelte das Beifahrerfenster herunter: "Suchen Sie ein Taxi?" – "Ja, ja, bla, bla..." – "Hab ich's mir doch gedacht!" – "Ja, ja, bla, bla..." – "Ham Sie es weit?" – "Ja, ja, nee, nee..." – "Gut, steigen Sie ein!" – Als ich mich schön auf die Rückbank fläzen wollte, schob er noch schnell einen 11er-Kasten Radeberger zur Seite: "Ich hoffe, das stört Sie nicht – ich wollte nämlich grad Pause machen!"

Überschrift inspired by: Radar Detector © Darwin Deez, 2009

Anti-Unkrass / Villa di Wow.


Neuer Berliner Osten © KvK, 2012




























Damit keiner mault, der Neue Westen würde bevorzugt – hier nun der Neue Osten im Bild. Die Ausstellungseröffnung heute ist trotzdem im Westen, da beißt die Maus keinen Faden ab: Swissôtel, Augsburger, Ecke Joachimsthaler Straße, Charlottenburg. 18:00 Uhr geht es los mit Prossettchio und Häppchen. +++ Gestern zufällig Matze getroffen, die alte Schlagzeug-, ehemals Barkeeperlegende. Landeten irgendwann beim Thema "Prokrastierer". Hatte ich bis dahin noch nie von gehört. Dachte erst an Befürworter krasser Sachen und lag damit falsch. +++ Die New York Style Pizza im neuen Villa di Wow gegenüber vom Club ist sehr gut. Das fühlt man schon, wenn man den Laden betritt. Wenn es dann irgendwann auch noch Messer und Gabel gibt, ist die Sache geritzt. +++ Morgen Abend dann also DJ Beast und DJ Kaz im Club. Der Limiter bekommt alle Hände voll zu tun. 

Kaz and Dox / Fucker.

Neuer Berliner Westen © KvK, 2012















"Wir waren noch in Neukölln, gestern Abend." Zwei junge Leipziger, nehm ich mal an, tauschten sich in der S-Bahn aus über ihr Leben: "Weberstraße, da gibt's ja total viele Kneipen. Da haben wir Tischfußball gespielt gegen zwei Schauspielschüler. War total cool." +++ DJ Beast und DJ Kaz Samstagabend im Club. Weberstraße immer geradeaus Richtung Westen und dann rechts in die Friedel. Und dann über die Brücke. +++ Auf dem Weg von der U-Bahn nach Hause im Kopf gestern die erste Strophe zu einem potentiellen Uptempo-Chartbreaker geschrieben. Setzt ein direkt auf der Vier – mit dem Gesang: Ihr seid solche Fucker / (la, la, la) / Ihr seid solche Fucker / (la, la, la). +++ Biegt man, von Osten kommend, von der Weberstraße nicht rechts in die Friedel, sondern fährt weiter bis Bahnhof Zoo, stößt man ins alte Herz West-Berlins. Ausstellungstipp dort: Swissôtel präsentiert Manzur Kargar. Vernissage morgen Abend um sechs: Manzur Kargar | Paintings. Augsburger Straße. +++ Am Bahnhof Friedrichstraße gegen Abend gestern, auf dem S-Bahnsteig oben, sahen alle Menschen gut aus. Merkwürdig. +++ Draußen sieht es aus heute wie gestern im Blog. Nur nicht so schön.

Lyrics: Ihr seid solche Fucker © Kai von Kröcher, 2012

Lucy in the Sky / Zu viel Likör.


Prenzlauer Berg © Kai von Kröcher, 1996























Ist ja nicht etwa so, dass es hier keine Bilder gäbe vom Prenzlauer Berg: LSD-Viertel, wo wir wohnten in jenem Dezember da oben. Das Leben war sinnlich, das Wetter war sinnlich, Miete zahlen war sinnlich, Prenzlauer Berg war sinnlich. +++ In einer Doku über den Spacko Lennon neulich hatte ich übrigens gehört oder gesehen: der Song hat mit Drogen gar nichts zu tun? Wurde stattdesssen durch eine Zeichnung von irgendso'm Kind inspiriert. Was meint ihr? +++ Zu wenig Sauerstoff / wenn sie fliegt wie ein Komet / Ihre Briefe werden immer seltsamer / Mmh, zu viel Likör. +++ Analoge Fotografie war wie ein Kohleofen, irgendwie auf 'ne Art. +++ Okay, das erste, was es bei Wikipedia über den Song zu erfahren gibt, ist natürlich genau diese Geschichte mit dem Kind und der Zeichnung. Klasse, jetzt prasselt es doch sofort wieder auf mich ein!

Überschrift inspired by: Lucy in the Sky with Diamonds © The Beatles, 1967
Lyrics: Zu wenig Sauerstoff © Viktoriapark, 2000

Soup Dragons / Die Frau mit dem Hund.

Language is a Virus from Outer Space © KvK, 2012














Ein Buch, das ich auch gern geschrieben hätte: "Vorsicht, da vorn liegen Scherben!" +++ ... and on one fatal day / you signed your life away / I was too weak for alarm / I was drunk and asleep / as you left for the fleet / You tattooed your name on my arm / With a needle on my arm.

Lyrics: You Tattooed Me © Tom Robinson, 1986
Bildunterschrift inspired by: Language is a Virus © Laurie Anderson, 1986


Stella del Sud / You're just an Object to me.

Kreuzberg © Kai von Kröcher, 1995 - 97

Kreuzberg © Kai von Kröcher, 1995 - 97

Kreuzberg © Kai von Kröcher, 1995 - 97

Kreuzberg © Kai von Kröcher, 1995 - 97

Kreuzberg © Kai von Kröcher, 1995 - 97
































































Zurück in der Arbeitswoche. Der perfekte Moment für einen Geburtstagsgruß Richtung Südstern: Alles Gute, HB Sexobjekt! Wird doch hoffentlich nicht schon der gefürchtete "Runde" sein?! +++ Die Dias zum Gruße. Buenos Dias, wie die schreckliche Ingeborg gerne zu sagen pflegt. Rund um den Südstern: Berlin wie es früher war. +++ Warum ich damals nun ausgerechnet im schnarchmützigen Kreuzberg fotografierte und nicht in Mitte oder am Prenzlauer Berg – das wird euch auf immer ein Rätsel sein. Habe die Geschichte dahinter aber auch schon hunderttausendfach ausgeleiert, wenn ich nicht irre. +++ Irgendwie passen die verstaubten Fotos zum Blick heute nach draußen. +++ Montag, der 3. Dezember 2012.

Überschrift inspired by: Object © Ween, 2007 

1. Advent / Topmeldung des Tages.


Leipziger Kommissar © Kai von Kröcher, 2002
















Um ein Haar die weiße Flagge gehisst: Ein fiebriger Steilpass genau in die Schnittstelle, ein Stoß in das taktische Herz. Wollte ich eben schreiben, die Schlagzeile war schon getippt: "Mario und ich beide krank – Club heute geschlossen." Ein Satz mit X, selbstverständlich: Yasmin wird den Laden schmeißen – geöffnet ab acht. +++ Ich selbst dann mal endlich schön auf dem Sofa und Tatort schauen: Der kommt heute aus Leipzig und heißt "Todesschütze" (ARD 20:15 Uhr). +++ Krass: Wetterbericht meldet den schnellen Ali.

Pocket-Eye Tony / Glashauseffekt.

Plan B (Berlin), Postbahnhof © KvK, 2012









Irgendwann drehte Laura sich zu mir um und fragte: "Schreibst du darüber im Blog?" Ich schüttelte den Kopf. Was sollte man schreiben über Plan B, die plötzlich, nach ungefähr zwanzig Jahren, wieder vor einem auf der Bühne stehen? Dass ich an meinen orange-braunen Opel Kadett dabei denke, Modell D Automatik, den Achim von der Aral in Charlottenburg mir '91 günstig vermittelt hatte, und der so unfassbar nach Wunderbaum roch? An meine Kaninchenstall-Wohnung im Wedding, einen endlosen Sommer, Marilans Locken kitzelnd auf meinem Gesicht? Dass Johnny Haeuslers Stimme mich damals schon nervte, unterbewusst? Seine sympathische Attitüde aus Gutmensch und Angry Young Man und peinlichem Englisch? Das Phänomen Plan B verstehe ich rückblickend nicht mehr. Habe sie als Lokalmatadore aber ziemlich gemocht, damals. Und "Here comes Jean" ganz besonders, doch das spielen sie nicht an diesem verregneten Abend. Und wäre old Hutschnur nicht einen Tag vor der Tour mit Blaulicht an der Gitarre eingesprungen, und hätte ich ihn dann nicht zufällig mit Rollkoffer irgendwo auf der Straße getroffen, stünde ich jetzt nicht erstmals seit Jahren wieder mit Mimi auf einem Konzert: Gemeinsam hatten wir damals uns bald jedes Wochenende um die Ohren gehauen, und am Ende schüttele ich schließlich doch noch die Manteltaschenkamera kurz aus dem Ärmel. Discontentment is our Engine.

Überschrift inspired by: The Greenhouse Effect © Plan B (Berlin), 1989       
 
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